Bereits seit Oktober 2012 sammelt die Berliner Polizei Daten über Berliner Bürger. Für erhebliche Aufregung sorgt zu Recht das von der Polizei dabei genutzte Kürzel „GKR“, dass für „geisteskrank“ steht. Dieses Vorgehen war kürzlich erst bekannt geworden. Laut Polizeisprecher soll die Datensammlung den Beamten in der jeweiligen Situation eine differenzierte Heransgehenweise ermöglichen.
Die Polizei hat sich mit diesem Vorgehen über einen Beschluss des Abgeordnetenhauses hinweggesetzt. Bereits 1988 hatte das Abgeordnetenhaus einen Beschluss verabschiedet, der eine Klassifizierung „geisteskrank“ ablehnte.
Für Dominik Peter, Vorsitzender des Berliner Behindertenverbands, „ist diese Vorgehensweise in keinster Weise hinnehmbar. Es handelt sich dabei um eine Stigmatisierung, die nicht tolerabel ist. So wie es CDU-Abgeordnete auch gerne wenden möchten, um Senator Henkel (CDU) beizustehen, jeder Betroffene wird es als eine Stigmatisierung verstehen. Ich fordere die Verantwortlichen auf, diese Praxis sofort zu beenden. Schliesslich sind nicht alle Berliner mit psychischen Problemen gleich gewalttätig oder gefährlich“. Zudem fordert Dominik Peter, die bereits gesammelten Daten unverzüglich zu löschen.
Zum gleichen Thema äusserte sich Benedikt Lux, innenpolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus. Das Interview ist unter folgendem Link lesbar: www.paritaet-berlin.de/themen-a-z/themen-a-z-detailansicht/article/fuenf-fragen-an-benedikt-lux-innenpolitischer-sprecher-von-buendnis-90die-gruenen-im-berliner-abge.html
