Cranberries, auf deutsch Großfrüchtige Moosbeeren, Kraanbeeren oder Kranbeeren, manchmal auch Kranichbeeren genannt, gehören zur Gattung der Heidelbeeren. Ihren Namen “Kranichbeeren” erhielten die Moosbeeren wohl wegen der Staubfäden der Blüten, die etwas wie einen Schnabel bilden, der die ersten nach Nordamerika kommenden Siedler an einen Kranichschnabel erinnerte. Vom Wort Kran(ich)beere stammt der englische Ausdruck “cranberry” ab, unter dem die Moosbeeren heutzutage auch bei uns bekannter sind als unter ihrem deutschen Namen.
Harnwegsinfekte und bei Harnwegsinfekten wirksame Heilpflanzen
Sie ist für die Betroffenen immer wieder wirklich ein Problem, die Entzündung der Blase und/oder der Harnwege, wenn man/frau oft und oft auch drängend Wasser lassen muss, es dann manchmal dabei sogar brennt oder beim Wasserlassen nur ein paar Tropfen kommen. Erste Hilfe bieten dann so genannte „Nieren- und Blasentees“, die häufig aus einer Kombination von Heilpflanzen bestehen.
In diesen Heilpflanzen, in Goldrute, Acker-Schachtelhalm, Brennnesseln und Birkenblättern, sind bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe, die so genannten Flavonoide enthalten. Diese regen eine vermehrte Wasserausscheidung über die Nieren an, wobei die Harnwege intensiver durchgespült und so oft auch Keime ausgeschwemmt werden. Auch die in Bärentraubenblättern enthaltene Substanz Arbutin wirkt gegen Harnwegsinfekte, indem sie, im Körper zu dem Stoff Hydrochinon abgebaut, in dieser Form in den Harnwegen die Vermehrung von Bakterien unterbinden kann. Verursacht werden Harnwegsinfekte fast immer durch Bakterien und zwar meistens durch Koli-Bakterien, aber auch durch Staphylokokken und andere Bakterien, die sich auch im Körper eines gesunden Menschen oft in großer Zahl im Darm und auch im Bereich des Harnröhrenausgangs ansiedeln. Die Bakterien haben feine Fäden, die sie wie Füßchen ausfahren. Damit können sie sich in der Blasenschleimhaut festsetzen und eine Entzündung auslösen.
Die Tradition der Cranberry-Anwendungen
Bei häufigen und so oft auch wiederkehrenden Blasenentzündungen können unter Umständen Cranberries helfen, die roten, mit den Preiselbeeren verwandten, sauer schmeckenden Früchte, ein altes Hausmittel der nordamerikanischen Indianer. Um die vorbeugende Wirkung und um die Heilkraft der Cranberries bei Blasen- und Harnwegsentzündungen wussten die nordamerikanischen Indianer offenbar schon lange. Im Jahre 1923 wurden die Cranberry-Anwendungen der Indianer erstmals von Ärzten der auf dem amerikanischen Kontinent eingewanderten Siedler genauer untersucht.
Wirkung der Cranberries bei Harnwegsinfekten
In den Cranberries stecken offenbar natürliche antibiotische Kräfte, mit denen sie gegen Bakterien und gegen bakterielle Infektionen wirksam werden können. Die roten Beeren enthalten so genannte Proanthocyanidine, die sich wie ein Schleimfilm um die Bakterien legen und so bis zu zehn Stunden lang verhindern, dass sich Escherichia coli- oder andere Bakterien an die Zellen des Harntraktes anheften und Infektionen im Nieren-Blasen-Bereich auslösen können.
Weitere in Cranberries enthaltene Wirkstoffe und andere Anwendungsmöglichkeiten
Die Früchte von diesem bei Erkrankungen der Harnröhre oft hilfreichen Heidekrautgewächs enthalten die folgenden Inhalts- bzw. Wirkstoffe: Flavonoide, Bor, Zink und Phosphor,
Oleanolsäure, Pektin, Zitronensäure und Proanthocyanidine.
Am besten bekannt ist die Cranberry in der Zubereitung als Saft. Dabei werden zumeist verdünnte Säfte getrunken, da der Saft unverdünnt wohl zu dick und zu sauer wäre. Andere gesundheitliche Beeinträchtigungen, bei denen der Cranberry-Saft angewendet wurde und wird, sind die folgenden: Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre, Appetitlosigkeit, Bettnässen, Durchfall, Vitamin-C-Mangel, Frühjahrsmüdigkeit, Gicht und Rheuma.
Frische Cranberries sind sehr sauer und etwas bitter, so dass sie für viele als ungenießbar erscheinen. Verarbeitet sind sie jedoch (in den USA) für viele ein echter Genuss, werden sie gern als Soße gekocht und zu Fleischgerichten, gebackenem Käse oder auch zu Quarkspeisen, Kuchen und weiteren Süßspeisen gereicht. Zwar geht beim Kochen viel Vitamin C verloren, aber viele andere gesundheitsfördernde Wirkungen der Heilpflanze bleiben erhalten.

