Als bundesweiter Verbund verfolgt die seit 2007 bestehende „Unabhängige Patientenberatung Deutschland“ (Kurzform UPD) das Ziel, „eine nachhaltige und effiziente Beratungs- und Informationsstruktur in Deutschland zu entwickeln, die sich an den Bedürfnissen und Möglichkeiten von Patientinnen und Patienten und deren Angehörigen orientiert“.
Zur Stärkung des Individuums gibt es für die UPD keine Alternative, „weil Eigenverantwortung der entscheidende Schlüssel zum souveränen Umgang mit dem Gesundheitswesen ist“. Patienten, die aktiv mitdenken und mitmachen, beanspruchen Gesundheitsleistungen wesentlich gezielter. So die Erfahrung der UPD. Patientenberatung stärkt ihres Erachtens die Patientensouveränität und helfe, das System effizienter und erfolgreicher zu nutzen.
In acht Teilprojekten hat die UPD in den vergangenen Jahren auf Bundesebene neue Beratungsansätze und Maßnahmen zum Erreichen besonderer Zielgruppen erprobt:
-in Bremen: Gesundheitsinformationen für sozial Benachteiligte,
-in Bielefeld: Information über neue Formen der Versorgung,
-in Ludwigshafen: Patientenberatung für sozial Benachteiligte,
-in Witten: Einbindung von freiwillig Engagierten,
-in Potsdam: Beratung für ältere, sozial schwache Bürgerinnen und Bürger,
-in Nürnberg: Patienteninformations- und beratungsstelle für Migrantinnen und Migranten,
-in Hannover: Beratung Kindern, Jugendlichen und Eltern,
-in Berlin: Aufsuchende Patientenberatung für Migrantinnen und Migranten.
Im Mittelpunkt des Berliner Teilprojekts, das im Jahr 2009 durchgeführt wurde, stand die so genannte aufsuchende Gruppenberatung in türkischer Sprache. Dabei wurden Beratungen in von Migranten besuchten Einrichtungen, zum Beispiel in Seniorentreffs und Moscheeen, angeboten. Damit wurden offenbar mehrere Hundert Ratsuchende mit Migrationshintergrund in ihrer Muttersprache erreicht. Eine dabei durchgeführte Nutzerbefragung ergab Folgendes: Für 86 Prozent der Teilnehmenden ist die Sprachbarriere das vordringliche Problem im Gesundheitswesen. Immerhin 78 Prozent befassten sich erstmals mit dem jeweiligen Beratungsthema und 80 Prozent wünschten sich sogar weiterführende Informationen. Alle Befragten gaben an, dass sie die Beratungsstelle für eine persönliche Beratung kontaktieren wollen. Das aufsuchende Beratungsangebot wurde von den Ratsuchenden als insgesamt sehr positiv bewertet.
Beratung im Netz
Der Schwerpunkt der Kommunikationsmaßnahmen lag in den vergangenen Jahren immer wieder im Online-Bereich. Das Beratungs- und Serviceangebot der UPD unter www.upd-online.de ist im Jahre 2009 offenbar deutlich überarbeitet und erweitert worden. Einige Beratungsstellen haben bereits regionale Websites eingerichtet, die unter der oben genannten Internet-Adresse aufgerufen werden können. Mittlerweile sind aber auch (in der Beratungsstelle) zahlreiche schriftliche Informationsmaterialien der UPD erhältlich: eine Selbstdarstellungsbroschüre, Jahresberichte, „Informationen für Einrichtungen der Selbsthilfe“, ein Flyer für Ratsuchende „11 Fragen – 11 Antworten“ und zahlreiche Infoflyer und Infokärtchen.
In der Schöneberger Rubensstraße 84 (12157 Berlin) befindet sich die Berliner Beratungsstelle der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland; erreichbar ist diese auch per Telefon (030/8010 7825) oder per Mail (berlin@upd-online.de).


