Heilkräuter und Gewürze: Salbei

von: A. Szardning

SalbeibndelVom „Salbei-Kraut“ gibt es sehr viele Arten. Sie bilden zusammen eine spezielle Gattung innerhalb der Familie der Lippenblütler. Der bei uns bekannteste Salbei ist der Garten-Salbei, eine immergrüne Heil- und Gewürzpflanze. Das Kraut ist ursprünglich im Mittelmeergebiet beheimatet; inzwischen aber in ganz Europa zu finden – also auch im heimischen Garten.

Nutzbare Pflanzenteile des strauchartigen Salbeis sind die grauen, weichen, stark behaarten Blätter, die sich an den z. T. verholzten Stängeln befinden und intensiv duften. Wie viele andere Heilkräuter, zeigen sie nur vor der Blüte eine Gesundheitswirkung.
Bereits im Mittelalter wurde mit Honig gesüßter Salbeitee von den berühmten arabischen  Ärzten zur Leistungssteigerung verwendet.

Inhaltsstoffe / Gesundheitswert
Die besonders in den Blättern befindlichen ätherischen Öle – verantwortlich für das Aroma – weisen einen würzig bitteren – frischen Geschmack/Geruch auf.
Diese Öle besitzen u.a. Bitterstoffe (z.B. Thujon), die eine antibakterielle Wirkung zeigen, aber auch Gerbstoff und Harz. Andere spezielle Stoffe (Tannine) sind für die entzündungshemmende Wirkung verantwortlich. Außerdem ist Salbei schweißhemmend, verdauungsfördernd sowie blähungslindernd.

Heilwirkungen
Die Salbeipflanze ist vielseitig verwendbar, aber besonders in 3 Gebieten der Pflanzenheilkunde:
1) bei Erkrankung der Atemwege;
2) bei Problemen im Mund- und Rachenraum und
3) bei starkem Schwitzen.
Die häufigste Atemwegserkrankung ist die Bronchitis; weitere Anwendungen sind die Behandlung von Erkältungszeichen wie Husten, Halsschmerzen und Halsentzündungen (z.B. durch Gurgeln).

Salbei dient als Natürliches Zahnpflegemittel: Hier bedient man sich seiner antimikrobiellen d.h. desinfizierenden, entzündungshemmenden und erfrischenden Wirkung.
Er unterstützt die Pflege und Behandlung von Problemen im Mund- und Rachenraum (z.B. Zahnfleischbluten, Zahnfleischentzündung).

Seine schweißhemmende Wirkung wird bei Wechseljahresbeschwerden, wie den unangenehmen Hitzewallungen oder Nachtschweiß, aber auch generell bei starkem Schwitzen ausgenutzt. Hier lässt sich auch seine harntreibende Wirkung beobachten.

Weitere Heilwirkungen
Es lassen sich noch zahlreiche andere Wirkungen aufzählen:
– Der Genuss von Salbei kann eine leichte Senkung des Blutzuckers unterstützen.
– Er verfügt über eine krampflösende Wirkung und kann z.B. bei Husten verwendet werden.
– Er ist aber auch kräftigend (s. tonisierend) z.B. bei Erkältungen oder kann bei Schlaflosigkeit helfen.
– Salbei kann wegen seiner verdauungsfördernden, krampflösenden sowie antimikrobiellen Wirkung bei Appetitlosigkeit und Blähungen, aber auch Durchfall – angewendet werden.
– Seine entzündungshemmende Eigenschaft begründet den Einsatz zur Wundheilung;
die antimikrobielle und entzündungshemmende zur Linderung von Hautproblemen.
– Auch bei Rheuma und Gicht wirkt er lindernd.
– Die leistungssteigernde Eigenschaft wird schon seit dem Mittelalter genutzt, speziell beim Eintreten von Ermüdungserscheinungen. Er bewirkt Entspannung und Stressabbau sowie eine Stärkung des Nervensystems
– Weiterhin kann Salbei evtl. bei Depressionen hilfreich sein.

Anwendung
Die umfangreiche Heilwirkung begründet eine vielseitige Anwendung: In der Pflanzenheilkunde, in der Küche (zum Würzen und Konservieren!) sowie zur Körperpflege.
Die häufigste Darreichungsart ist der Tee. Wird er mit Honig und Zitronensaft versetzt, eignet er sich sehr gut als Gurgelmittel gegen Atemwegserkrankungen wie z.B. Erkältungen.
Daneben werden Salbeibonbons gern bei Husten, Halsschmerzen und Heiserkeit – generell Erkältungen und Bronchitis – verwendet. Zur Vorbeugung gegen Rachenentzündungen eignen sie sich ebenfalls gut.
Außerdem bekommt man Salbei als Dragees, Tropfen, Gel, Saft oder Creme auf jeden Fall in der Apotheke oder im Reformhaus. Zur äußeren Behandlung von Wunden kann ein mit Salbei getränkter Umschlag empfohlen werden.

Anwendungshinweis
Salbeitee sollte – wie andere Heilkräutertees – auch nur maximal 1- 2 Wochen lang täglich getrunken werden. Vor einer weiteren Einnahme ist dann erst einmal eine Pause von wenigen  Tagen einzulegen.

Literatur u.a.:
– www.zentrum-der-gesundheit.de
– www.heilkraeuter.de
– www. wikipedia.de
– Der Brockhaus Ernährung. Hrsg. F.A. Brockhaus GmbH. Mannheim-Leipzig. 2001