Kolumne: Unser Standpunkt

von: Berliner Behindertenzeitung

xDer BBZ-Kommentar: Behinderte nicht erwünscht!

Zum 14. Hoffest lud Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit am 4. Juni ins Rote Rathaus ein. Und rund 3.500 geladene Gäste kamen. Eine tolle Sache, wenn sich Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Medien und allen anderen ge- sellschaftlichen Bereichen treffen, um in netter Atmosphäre bei gutem Essen und leckeren Getränken miteinander zu feiern und zu reden. Bestehende Kontakte wer- den gepflegt, neue geknüpft. Schließlich geht es um das Wohl der Stadt und da ist es gut, wenn man sich kennt.

 

 
Behinderte fehlen auf den Bildern

Im rbb und in Berliner Tageszeitungen kann man danach die Bilder von den vielen Prominenten und ihren Partnern bestaunen und man sieht Jahr für Jahr auch die selben Partylöwen. Und es fällt bei so vielen Gästen nicht auf, wer fehlt, wenn sich Berlins Créme de la Créme versammelt. Zum Beispiel Menschen mit Behinderungen und ihre Organisationen. Wie in den vergangenen Jahren bekam auch diesmal der Berliner Behinder- tenverband und unseres Wissens nach ebenso alle anderen Behindertenvereine keine Einladung von Wowereit. Da wir diese Ausgrenzung nicht zum ersten Mal kritisieren, können sich Berlins Regierende auch nicht mehr mit:„Leider versehentlich vergessen“ herausreden.
Ich meine, solche „Hoffeste“ und ähnliche Veranstaltungen sind keine Privatveranstaltungen. Auch wir gehören dazu. Zur umfassenden Teilhabe nach der UN-Be- hindertenrechtskonvention gehört auch das Recht auf Teilhabe am politischen und öffentlichen Leben (Artikel 29). Deswegen sollte ein Motto künftig sein: barrierefrei, nicht behindertenfrei!