„Tour für ein gutes Bundesteilhabegesetz“

Bentele: „Dieses Engagement zeigt, dass ein gelungenes Bundesteilhabegesetz für sehr viele Menschen wichtig ist.“

von: Berliner Behindertenzeitung

Die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Verena 
Bentele, hat heute Oliver Straub und weitere Teilnehmer der „Tour für ein 
gutes Bundesteilhabegesetz“ empfangen.
Oliver Straub und seine Begleiter waren seit dem 20. August auf dem Weg vom
Bodensee nach Berlin. Der aus Friedrichshafen stammende Straub ist Initiator der
Tour. Er ist seit 2003 in Folge eines Badeunfalls querschnittgelähmt und nutzt
einen Elektrorollstuhl.

„Dieses Engagement zeigt, dass ein gelungenes Bundesteilhabegesetz für sehr 
viele Menschen wichtig und dringend notwendig ist“, so Bentele. „Wir kämpfen 
gemeinsam für eine echte gesellschaftliche Teilhabe, denn diese ist ein 
unverzichtbares Menschenrecht. Ein wichtiges Ziel ist dabei die Abschaffung der 
Einkommens- und Vermögensanrechnung, weil diese eine Diskriminierung darstellt.“

Oliver Straub ist froh, die Tour quer durch Deutschland geschafft zu haben, 
und hofft, dass die Aktion eine positive Wirkung auf das entstehende 
Bundesteilhabegesetz hat: „Ich bin stellvertretend für viele
Menschen nach Berlin gefahren, um zu zeigen, dass Menschen mit Behinderung raus
aus dem Leben auf Sozialhilfeniveau wollen. Ich will um die Welt reisen, ich
will finanzielle Sicherheit und vor allem will ich das wir, egal mit welcher
Behinderung auch immer, gleichberechtigt und integriert in der Gesellschaft
leben können.“

Da Straub auf Persönliche Assistenz im Alltag angewiesen ist,
darf er wie andere behinderte Menschen auch nur 2.600 Euro sparen. Er fordert
die Abschaffung der Anrechnung des Einkommens und Vermögens auf Hilfen für
Menschen mit Behinderungen. Zudem musste er erleben, dass es gar nicht einfach
ist, ein entsprechendes Budget für seine Hilfen zu bekommen und in eine eigene
Wohnung ziehen zu können. Oliver Straub hat es geschafft und möchte mit seiner
Tour daher auch Mut machen für mehr Selbstbestimmung und im weiteren Kampf für
ein gutes Bundesteilhabegesetz.