Vorschläge für glitzernde Krücke gesucht

von: Berliner Behindertenzeitung

flyer_vorlage_2014Die behindert und verrückt feiern Pride Parade Berlin verleiht die „Glitzernde Krücke“ – für „besondere Verdienste“ in der Auseinandersetzung um Behinderung und ruft zur Einsendung zahlreicher Vorschläge auf.

Start der Parade: 12. Juli, Hermannplatz, 15.00 Uhr.
Die Vorbereitungen für die diesjährige behindert und verückt feiern Pride Parade Berlin laufen auf Hochtouren. Ein breites Bündnis aus Berliner behindertenpolitischen, psychiatriekritischen und feministischen Gruppen hatte auch auch in diesem Jahr zur Pride Parade aufgerufen (verlgeichen Sie dazu auch unsere Pressemitteilung vom 11. Juni).
Für die Abschlusskundgebung hat sich das Organisationsbündnis ein besonderes Highlight ausgedacht: 
Die Verleihung der Glitzerkrücke! In der Paradenzentrale steht sie schon bereit: Die wunderschöne, mit Glanz und Glitzer versehene Krücke! Diese begehrte Trophäe kann aber nicht jede_r haben. Sie ist vorgesehen für Vereine, Unternehmen oder Institutionen, die sich besonders verdient gemacht haben um die Auseinandersetzung mit Behinderung.

Wem ist es besonders zu verdanken, dass ruhige, rechtschaffende Bürger_innen nicht von Behinderten und Verrückten gestört werden (sei es in der Nachbarschaft, Verkehrsmitteln oder Freizeitorten)?
Wer hat besondere wirtschaftliche Errungenschaften durch den geschickten Einsatz behinderten Humankapitals erzielt?
Wo finden Behinderte, chronisch oder “psychisch Kranke” trotz ihres schweren Schicksals besondere Erwähnung? Wo werden diese Helden des Mitleids hervorgehoben? Welche Werbung war so speziell, dass ihr sie nicht mehr vergessen könnt?

Bis zum 06. Juli können die Vorschläge per E-Mail geschickt werden an pride-parade@gmx.de, oder als Kommentar unter dem entsprechenden Beitrag auf der Paraden-Facebookseite gepostet werden. Der/die glückliche Gewinner_in wird dann am 12.Juli auf der Parade feierlich geehrt!

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Damit schließt die Pride Parade an eine Tradition der Behindertenbewegung an. Im Jahr 1978 wurde zum ersten Mal die „Goldene Krücke“ verliehen. Damaliger Preistäger war der HUK-Verband für eine Werbung mit dem Slogan: „Verkrüppelt für den Rest des Lebens…ist ein schlimmer Tod!“ Verliehen hatte sie damals ein Volkshochschulkurs um Gusti Steiner und Ernst Klee, zwei Aktivsten der Behindertenbewegung. Mit der letzten Verleihung 1980 fand diese Idee vorerst ein Ende.
Die erste behindert und verrückt feiern Pride Parade hatte im vergangenen Jahr bereits über 1000 Menschen zum Hermannplatz gezogen. Dort startet die Parade auch in diesem Jahr. Der Zug tanzt auf dem Kottbusser Damm und der Skalitzer Straße, weiter über den Heinrichplatz und die Oranienstraße, mit Zwischenstopps und kurzen Redebeiträgen. Am Südblock beim Kottbusser Tor wird bei Konzerten von Künstler_innen mit Behinderungen und Psychiatrieerfahrungen weiter gefeiert.

Mehr Informationen: www.pride-parade.de.